Homunkulus | MC
MC HOMUNCULUS

13 Songs 1993
Ausverkauft










01 Städtchen {Lyrik}

Es wohnen in meinem Städtchen, zehn Seelen und ein Hahn,
zwei Ratsherren und fünf Mädchen, drum stehts auf keinem Plan.
Das selbst darin kein Plätzchen hat, der helle Mondenschein.

So klein, so klein, so klein, so klein, so klein ist meine Stadt
So klein, so klein, so klein, so klein, so klein ist meine Stadt

Es fließt auch nur ein Flüsschen, der Fluss fließt stets vorbei
Und gibt man sich ein Küsschen, hörts gleich die Polizei
Und wenn man einen Fehltritt hat, dann steht man gleich allein

Es sind in meinem Städtchen die Gassen so beengt
Drum sind die Männer und Mädchen auch alle so beschränkt
Ich würd, gäbs nicht die Herrn vom Rat, die einzge Jungfrau sein

Es lebt dort ein Apotheker und ein Bäcker und ein Schmied
Es wohnt dort ein alter Quäker, der stets auf Tugend sieht
Ich weiß nicht wen zum Vater hat, mein Herzens Kindelein

Ich schäm mich meines Kindes, weil ich kein Wiegen hab
Mein Stübchen, das ist so winzig, so winzig als ein Grab
Ich halt ein Kissen ihm parat in meinem Totenschrein

02 Lump II {Lyrik}

Grob und schmutzig ist mein Kragen
Und mein Hemd längst nicht mehr ganz
Meine Schuh sind abgetragen
Und mein Rock hat schäb´gen Glanz.
Ja, ihr geht mir aus dem Wege
Solchen Lump, dem traut man nicht
Aber ich, trotz dieser Schläge
Lach euch höhnisch ins Gesicht

Schreit, um euch vom Bann zu lösen
Nur nach Schub und Polizei
Arm am Glücke, reich an Blößen
Geh ich stolz an euch vorbei
Ja, ihr geht mir aus dem Wege
Solchen Lump, dem traut man nicht
Aber ich, trotz dieser Schläge
Lach euch höhnisch ins Gesicht

03 Du und ich {Lyrik}

Ein Liebeslied, ein Liebeslied, ein liebes, Liebeslied, ein Liebeslied

Du und ich, wir beide, wir sind ein schönes Paar
Wir schworen uns den Eide bei Schnaps und Rumtata

Abends kochst du einen süßen Brei und ich kühl mir meinen Mut
Sonnenschein und Regen, so ist des Lebens Lauf
Sonnenschein und Regen, so ist des Lebens Lauf

Du und ich wir beide, wir tragen unser Kreuz
Den Lumpen stets zur Seite, den Herren brav zur Treu
Abends leckst du mir die Narben wund und ich lach vor Schmerzen, geil

Unglück und Segen so ist des Lebens Lauf
Unglück und Segen so ist des Lebens Lauf

Du und ich, wir beide, es gibt kein Erntedank
Denn ich bin ein fauler Bauer auf deinem glücklich Land

Abends kochst du einen süßen Brei und ich kühl mir meinen Mut
Sonnenschein und Regen, so ist des Lebens Lauf
Sonnenschein und Regen, so ist des Lebens Lauf

Du und ich, wir beide, wir sind ein schönes Paar
Auch, wenn wir uns oft leiden, es ist nichts bessres da
Abends leckst du mir die Narben wund und ich schrei vor Schmerzen, geil

04 Cowboy {Lyrik}

Als nun der Vollmond übern Hügel trat, Hügel trat, saßen beim Feuerschein
Einsam ein Cowboy und sein Kamerad, Kamerad, Cowboy schaute traurig drein.
Ja, hau doch dem Mädel eins auf den Schädel, die dich verlassen hat
Komm doch und wandre, such dir ne andre, komm mit mir in die Stadt

Sage, wo weilet sie jetzt, der andre darauf versetzt

Sie ritt fort nach San Antonio, ein Mädel ritt ins Weite und Jack und Jim zur Seite
Frage nicht warum sie dir entfloh, sie kehren nicht zurück nach Sant Antonio
Frage nicht warum sie dir entfloh, sie kehren nicht zurück nach Sant Antonio

Einsam die Nacht und der Hufschlag schallt, Hufschlag schallt
Antonio du bist erreicht
Lärmen und Lachen aus dem Wirtshaus schallt, Wirtshaus schallt
Einer Kaschämme gleich
Wer tritt ans Fenster, da sieht er Gespenster , er weicht entsetzt zurück
Er kanns nicht fassen, die ihn verlassen, sucht bei den Rowdys ihr Glück
Bobby besteige dein Pferd, das Mädel ist deiner nicht wert.

Nun reit ich durch die Nacht
Ich wollt ein bessres Leben, das konnt er mir nicht geben
Jetzt weiß ich, warum sie dir entfloh
Sie kehren nicht zurück von Sant Antonio
Jetzt weiß ich, warum sie dir entfloh
Sie kehren nicht zurück von Sant Antonio

Als nun der Cowboy nach dem Gürtel fasst, Gürtel fasst,
wo die Pistole sitzt
tanzt nun das Mädchen, dass er grimmig hasst, grimmig hasst
ja schieß tot das falsche Aas
ziel auf den Schädel, damit das Mädel, die nicht den Krieg verpasst
denn ohne Frage nach diesem Tage, du nichts zu bereuen hasst
Bobby erheb dein Geschütz, ein Donner, ein Knall und ein Blitz
Sie liegt tot in ihres Liebsten Arm
Das Mädchen musste sterben, weil Liebe bringt Verderben
Frage nicht, warum er sie erschoss, er jagt schon über Berge, Hügel hoch zu Ross
Frage nicht, warum er sie erschoss, er jagt schon über Berge, Hügel hoch zu Ross

05 Liebe {Lyrik}

Es gibt keine Liebe auf dieser Welt
Es ist der Traum, der uns gefällt
Es gibt nur Lüge, Gier und Haß
Und viele Tränen dick und naß
Es gibt keine Liebe auf dieser Welt
Es ist der Traum, der uns gefällt
Es gibt nur Triebe, Gier und Haß
Und viele Tränen dick und naß

Er war noch jung, g'rad dreizehn Jahr
Da verließ die Mutter den Papa
Mutter sagte: Sohn, oh h ör' mir zu
Laß' die Mädchen bloß in Ruh'

... denn er wußte noch nicht:

Es gibt keine Liebe ...

Doch konnt' er nicht von ihnen lassen
Tat nach ihnen flehen, greifen, fassen
Er sprach von Liebe bunt verziert
Er war von Träumen irritiert

...doch

Es gibt keine Liebe ...

So konnt' sein Ziel er nie erreichen
Mußte alles mit seinem Traum vergleichen
Er war vom Whisky bald verroht
Und rief ganz laut in seiner Not:

Es gibt keine Liebe ...


06 Spinne {Lyrik}

Im Labyrinth meine Sinne
Da haust eine Spinne
So ein garstig Getier
Mit lüsterner Gier
Es nährt sich vom Saft der erschlaffenen Kraft
Durchwebt alles Denken, will in die Sucht dich lenken

Es knebelt den Willen, um die Sehnsucht zu stillen
Gestohlene/gelangweilte Träume und dem Wolfe im Zaume
Durchtriebeneer Tag, selbst die Wünsche werden karg
Von Sattheit ist nur Laster getrieben

Das Fleisch ist geschunden und die Liebe verschwunden
Das Fleisch ist verschwunden und die Liebe geschunden
Das Fleisch ist geschunden und die Liebe verschwunden
Das Fleisch ist verschwunden und die Liebe geschunden

07 Tod {Lyrik}
Liebe Brüder könnt ihrs Glauben
Gestern bei dem Saft der Trauben
Stellt euch mein Entsetzen für
Gestern kam der Tod zu mir

Drohend schwang er sein Hippe
Drohend sprach das Furchtgerippe
Fort du alter Baccusknecht
Fort du hast genug gezecht

Lieber Tod sprach ich mit Tränen,
solltest du dich nach mir sehnen
sieh, da steht ein Glas für dich,
lieber Tod verschone mich

lächelnd neigt er sich zum Glase
lächelnd trank er’s auf der Base,
auf der Pest Gesundheit leer,
lächelnd stellt er’s wieder her

Lieber Tod ich will auf Erden
Gern ein Mediziner werden
Tod und ich verspreche dir
Meine Kranken halb dafür

(Lessing)
08 Troubadour {Lyrik}

Ich bin ein verkannter Troubadour
Und meinem Schatten auf der Spur
Der Lauf der Sonne ist mein Kompass
Und ich finde keine Ruh
Ich geh jetzt meinen Weg bis es nicht weiter geht
Ich will jetzt endlich wissen,wo mein Stern steht

Und vor mit wilde See
Und hinter mir ruhiges Land
Der Weg allein ist schon das Ziel
Ich hab ein Zeichen in meiner Hand

Auch Jesus ging ins Licht
Wieso kann ich das nicht?
Wieso blendet mich ein Lächeln?
Wieso vernebelt es meine Sicht?
Aber ich geh jetzt meinen Weg
Bis es nicht weiter geht
Bin kaum da, muss ich fort dorthin
Wo mein Schatten steht, wo mein Schatten steht

Und ich geh durch Berg und Tal
Mein Verhängnis ist sakral
Die Berge wanken unter meinem Schritt
Und mein Gipfel scheint immer so nah
Doch ich geh jetzt meinen Weg
bis es nicht weiter geht
Ich will jetzt endlich wissen,wo mein Stern steht
09 Beutelschneider {Lyrik}

Einst war ich noch ein werter Mann
Hatte Frau und Heim doch dann
Kam ein Mann mit dickem Bauch
Und mit goldnen Ketten auch
Er legte meine Frau in Ketten
Ich konnte grad mein Leben retten
Seitdem bin ich vogelfrei
Das Unrecht ist mir einerlei...ja

Es kann ja nicht nur Gewinner geben
Und wer zu spät kommt, dem bestraft das Leben
Jemand muss dafür bezahlen
Mit Schrecken und mit Qualen

Es folgte eine schwere Zeit
Kein Braten, keine schöne Maid
Bis ich einen Einfall hatt’
Ich mach die dicken Männer platt
Seitdem bin ich auf der Jagd
Nach allem, was dicken Bäuche hat
Mit einem flinken Messerstich
Erlöse ich den armen Wicht...denn

Fortan lebte ich wirklich gut
Schwelge fast in Übermut
So dass mir gar ein Bauch schon wächst
Doch ich weiß, es ist verhext
Man schimpft mich einen Lumpenhund
Verkennt mir meinen Ehrengrund
Ich halte nur das Gleichgewicht
Ohne mich die Welt zerbricht ... denn

10 Immer wieder {Lyrik}

Mein Name ist egal, mein Blutdruck ganz normal
Ich kämpf' den Kampf des täglichen Bestehens
Wenn ich zu Arbeit geh', über Stock und Stein, durch Schnee
Dann treibt mich nur der Hunger und die Wut
Mein Chef ein schräger Wicht, diktiert mir eine Pflicht
Die täglich seine Taschen füllt
Und wenn ich nicht parier', wie ein Hündchen apportier'
Dann bleibt für mich nur der Bettelsack

...doch Immer immer immer immer wieder
Steh' ich morgens auf und leg mich abends nieder
Immer immer immer immer wieder
Stell' ich mich einem neuen Tag

Ich schufte wie ein Stier, hinter mir der Vampir
Er wartet nur auf ein kleines Mißgeschick schick schick
Und stoß' ich mir den Kopf, das Blut, es spritzt und tropft
Scheint die Sonne, als wäre nichts geschehen

...doch Immer immer immer immer wieder ...

Dann endlich das Signal, vorbei der Stunden Qual
Schon wieder einen Tag besiegt
Ich schleppe mich hinaus, der Pförtner schenkt Applaus
Und ich weiß, daß er schon morgen wieder singt

Immer immer immer immer wieder.


11 Kanapee {Lyrik}

Ich hab' Dich im Wald getroffen
Es war an einem Regentag

Du hast mich angesprochen
Dein Blick war fest und stark

Du nahmst mich an Deine Seite
Du nahmst mich an Deine Hand
Ich brauchte Dir nur zu folgen
In Dein Sommer-Sonnen-Land

Du warst ein Gott, Du warst ein Tier
Du warst mein gieriger Vampir
Und es tat nicht mal weh
Auf diesem fleckigen Kanapee
Es tat nicht mal weh
Auf Deinem fleckigen Kanapee

Schon Deine Augen strahlten Hoffnung
Wie ein stolzer Stern
Ich hatte wieder feuchte Hände
Du hattest gar meine Socken gern

Ich war wie Butter in Deinen Fingern
Und Du packtest meine Glieder
Ich wehrte mich kaum
Und schon bald zwangst Du mich nieder
Und find' sie wieder, meine Herrlichkeit

Du warst ein Gott ...

Ich war ein Fisch in Deinem Wasser
Ich wollte nie mehr von Dir geh'n
Doch Du warst ein Fluß
Und Dein Meer war im entsteh'n

Du warst ein Gott ...


12 Nja, Nja, Nja {Lyrik}

Katja liebte große Worte, denn sie war von einer Sorte
Konnte hoch im Bogen spucken und mit beiden Ohren zucken

Nja, Nja...

Katjas Vater war ein Pferdehändler, der nebenbei auch Reiten lernte
Überstunden zehn Kopeken, Katja musste Pferde pflegen

Nja, Nja...

Katja zog sie nur am Zügel, denn sie liebte nur Geflügel
Pferde hielt sie unbescheiden, haute sie auf beiden Seiten

Nja, Nja...

Doch die kleinen Pferde bissen, Katjas Knochen nun zerrissen
Ihre Kleider auch begannen, dieses schöne Lied zu sangen

Nja, Nja...

13 Das Glas ist leer {Lyrik}

Das Glas ist leer, das Licht ist aus
Gleich schmeißt der Wirt mich wieder raus
Er wird nur traurig schnaufen, wenn er mich zu Türe schleift
Das Glas ist leer, das Licht ist aus

Ich werde wieder durch die dunklen Straßen geh'n
Und in den Sternen alte Bilder seh'n
Nur wenn ich besoffen bin, bin ich eins mit dieser Welt
Und manchmal gar ein Märchenheld

Einst war ich noch ein Gaukler morgenschön
Ich konnt' mich an den Leuten wohlergeh'n

Ich trug ein rotes Stirneband und war ein Don Quichotte
Doch heute trifft mich nur der Spott

Ja diese Zeit ist wohl vorbei
Und ich will nicht denken an Vergangenheit
Irgendwann werd' ich es schaffen, ich verlasse diese Zeit
Und find' sie wieder, meine Herrlichkeit



Aufgenommen bei Stormy in Berlin-Kreuzberg Juni 1993.

Axel Steinhagen (Gesang, Akkusitk-Gitarre)
Anita Ratai (Flöte, Chor)
Helen Bauerfeind (Violine)
Markus Gerhards (Percussion)
Tilmann Walter (Gitarre)

 
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