Mutabor | CD
CD MUTABOR Virgin Music/EMI Music Germany 1997
12 Songs - mit 10-seitigem Booklet

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01 Abgestandenes Bier {Lyrik}

Draußen weht ein kalter Wind
Die Zeitung lügt, das weiß doch jedes Kind
Trotzdem kaufst Du Dir ein Morgenblatt
Mal seh'n, wer heut' verloren hat

Jetzt bist Du alt und aufgebraucht
Und über Deinem Gürtel hängt ein schlaffer Bauch
Dein Lächeln hast du längst verschenkt
Und Deine Eitelkeit ist meist gekränkt

Aber laß' doch den alten Mist, das ist doch so egal
Schau nicht mehr zurück, abgestand'nes Bier schmeckt schal
Ja ja ja laß' doch den alten Mist, das ist doch so egal
Schau nicht mehr zurück, abgestand'nes Bier schmeckt schal

Ein Leben kurz, ein Warten lang
Du stellst Dich immer noch hinten an
Bist Du dann endlich vorne dran
Weißt Du nicht mehr, was Du willst

Denkst Du immer noch, das muß so sein
Trinkst Du immer nur den selben Wein
Dein Ofen ist doch seit Jahren kalt
Und ohne Führung hast du keinen Halt

Aber lass' doch den alten Mist ...

Jetzt endlich wird es Dir zu bunt
Packst Deine Sachen, verschenkst Dein' Hund
Irgendwo im weiten Land
Baust Du wieder neu auf Sand

Und so gehst Du über Berg und Tal
Erleidest jede Menschenqual
Statt Dich mal einfach umzuschauen
Hast Du Angst, es könnt' Dir die Beine weghauen?

Aber laß' doch den alten Mist


02 Liebe {Lyrik}

Er war noch jung, g'rad dreizehn Jahr
Da verließ die Mutter den Papa
Mutter sagte: Sohn, oh h ör' mir zu
Laß' die Mädchen bloß in Ruh'

... denn er wußte noch nicht:

Es gibt keine Liebe auf dieser Welt
Es ist der Traum, der uns gefällt
Es gibt nur Lüge, Gier und Haß
Und viele Tränen dick und naß
Es gibt keine Liebe auf dieser Welt
Es ist der Traum, der uns gefällt
Es gibt nur Triebe, Gier und Haß
Und viele Tränen dick und naß

Doch konnt' er nicht von ihnen lassen
Tat nach ihnen flehen, greifen, fassen
Er sprach von Liebe bunt verziert
Er war von Träumen irritiert

...doch

Es gibt keine Liebe ...

So konnt' sein Ziel er nie erreichen
Mußte alles mit seinem Traum vergleichen
Er war vom Whisky bald verroht
Und rief ganz laut in seiner Not:

Es gibt keine Liebe ...


03 Das Glas ist leer {Lyrik}

Das Glas ist leer, das Licht ist aus
Gleich schmeißt der Wirt mich wieder raus
Er wird nur traurig schnaufen, wenn er mich zu Türe schleift
Das Glas ist leer, das Licht ist aus

Ich werde wieder durch die dunklen Straßen geh'n
Und in den Sternen alte Bilder seh'n
Nur wenn ich besoffen bin, bin ich eins mit dieser Welt
Und manchmal gar ein Märchenheld

Einst war ich noch ein Gaukler morgenschön
Ich konnt' mich an den Leuten wohlergeh'n

Ich trug ein rotes Stirneband und war ein Don Quichotte
Doch heute trifft mich nur der Spott

Ja diese Zeit ist wohl vorbei
Und ich will nicht denken an Vergangenheit
Irgendwann werd' ich es schaffen, ich verlasse diese Zeit
Und find' sie wieder, meine Herrlichkeit


04 Lump {Lyrik}

Ich brauch' kein seid'nes Taschentuch
Zwei Finger sind doch auch genug
Ich bin ein Lump, ich bin ein Lump
Ich bin ein liederlicher Lump

Schlips und Kragen sind mir fremd
Ich trag' viel lieber ein offenes Hemd
Ich bin ein Lump ...

Schon damals in der Schule, oh, der Lehrer schrie:
Ein Schüler ohne Ordnung, das ist Anarchie
Doch es ist mir ganz egal, wie Ihr das benennt
Ich bleib' frech und froh, das ist mein Element
Ich bin ein Lump ...

An Fleiß und Arbeit glaub' ich nicht
Denn Faulsein ist die erste Pflicht
Ich bin ein Lump ...

Neulich so beim Schlendern, oh, der Wachmann schrie:
Sie beachten nicht die Ampel, das ist Anarchie
Doch es ist mir ganz egal, wie Ihr das benennt
Ich bleib' frech und froh, das ist mein Element
Ich bin ein Lump ...

Mein Vater starb am Säuferwahn
Doch ich bau' lieber Hanfgras an
Ich bin ein Lump ...

Neulich hab' ich eine Glatze gerupft
Die ist vor mir über's Feld gehupft
Ich bin ein Lump ...

Gestern in der U-Bahn, oh, der Schaffner schrie:
Sie haben keinen Fahrschein, das ist Anarchie
Doch es ist mir ganz egal, wie Ihr das benennt
Ich bleib' frech und froh, das ist mein Element Ich bin ein Lump ...


05 Ich möchte dich gern {Lyrik}

Ich möchte Dich gern ...
Ich möchte Dich gern kennenlernen
Mich an Deiner Nähe wärmen
Ich bin nicht interlektuell
Ich habe auch kein dickes Fell

Wieso nicht, was ist denn schon dabei
Worte sind doch einerlei
Ich liebe Dich, das ist doch klar
Drum sag' ich es jetzt noch einmal

Ich möchte Dich gern kennenlernen!

Ich möchte Dich gerne küssen
Ohne schmeicheln zu müssen
Das Leben ist kompliziert genug
Und all' das Gelaber nur Betrug

Wieso nicht ...
Ich möchte Dich gern küssen!

Ich möchte Dich gerne ...
Du brauchst nur zu nicken
Ich bin nicht gerade romantisch
Lieber leg' ich meine Karten
Auf den Tisch

Wieso nicht ...

Ich möchte Dich gern aaaahh!


06 Saufen {Lyrik}

Saufen saufen saufen
Noch mehr saufen
Zu sein bedarf es wenig
Zum Wohl bedarf es viel

Ein Rülpser auf die Sitten
Heut' laß' ich mich nicht bitten
Ich greif' mit beiden Händen
Nach der Seeligkeit

Willst Du nicht mein Bruder sein
Dann sauf' ich eben ganz allein

Dumme Lieder singen
Sich in Stimmung bringen
Dann schwappt die Seele über
Und alle machen mit

Hoch soll'n die Wellen schlagen
Wer kann mehr als ich vertragen
Ich kann's nun mal nicht leiden
Wenn Du nicht Dein Glas erhebst

Willst Du nicht mein Bruder sein
Dann sauf' ich eben ganz allein

Saufen saufen saufen
Noch mehr saufen
Zu sein bedarf es wenig
Zum Wohl bedarf es viel

Ein Prost den Neunmalklugen
Hochprozentig unsere Tugend
Die Welt dreht sich im Kreise
Und ich bin der Mittelpunkt

Willst Du nicht mein Bruder sein
Dann sing' ich eben ganz allein

.... Es gibt kein Bier auf Hawai...

Kotzen kotzen kotzen
Alles auskotzen
Kalter Schweiß im Nacken
Beim Kniefall vor dem Klo

Sogar die weiße Weste
Bekotzt zum feuchten Feste
Ich schließe meine Augen
Und halte meinen Bauch

Willst Du nicht mein Bruder sein
Dann geh' ich eben wieder heim


07 So weit ist das Meer {Lyrik}

Es war eine mondhelle Nacht
Wir gingen hinunter zum Strand
Dort lag ein Schiff mit Segeln so groß
Der Rumpf war namenlos

Du sagtest, Komm laß' uns versuchen
Und machtest die Leinen los
Der Wind steht gut, die Nacht zieht nach West
Los, zieh die Segel fest

So weit, weit ist das Meer
Der Wind treibt uns vor sich her
Was zählt ist nur der Rausch
Drum lehn' Dich zurück

Wer loslassen kann
Kommt irgendwann an

Dann stachen wir in See
Beladen mit all' unserem Sinn
Der Bug ging tief, fast unter vor Last
Die Segel bogen den Mast

Erschrocken sah'n wir uns an
Den Abgang schon im Blick
Schmeiß' all' Deine Bilder von Bord
Der Traum ist alt und verdorrt

So weit, weit ist das Meer ...

Und frag nicht, wie lang wird es gehen
Solange der Wind uns trägt
Kein Hafen im Kopf , das wäre der Tod
Poseidon lenkt unser Boot

So weit, weit ist das Meer ...


08 Amsterdam {Lyrik}

In Berlin mal wieder alles grau
Und keinen Stoff, und keine Frau
Draußen Regen, drinnen kalt
Und nichts zu rauchen, und keinen Halt

Was macht man in so einem Moment
Man leckt sich die Zähne und öffnet sich das Hemd
Man greift sich an die eigene Brust
Und denkt daran, ich muß, und denkt daran, ich muß

Mal wieder nach Amsterdam fahr'n
Mal einfach so über'n Damm karr'n
Schwarzen grünen gelben weißen
Ich hoff', das Geld reicht noch für was zu beißen
Ich hoff', das Geld reicht noch für was zu beißen

Und ist man dann erstmal da
Mit leerem Magen und wirrem Haar
Dann packt es Dich bei Deinem Schopf
Es setzt sich fest im Kopf, es setzt sich fest im Kopf

Und wenn ich dann einen dreh'
Schmeckt noch viel besser der Kaffee
Alle Knoten ham' sich aufgelöst
Meine Seelen sind entblößt, meine Seelen sind entblößt

Und ich werde wieder nach Amsterdam fahr'n ...


09 Amazegenalo {Lyrik}

Der Tag, er flieht
Von den Bergen klingt das hohe Lied
Die Erde bebt vom Trommelschlag
Keiner nach dem Ursprung fragt

Der alte Mann schlägt die Trommel
Löst den Zauberbann

Amazegenalo

Das Feuer nur den Blick erhellt
Weckt Deine Unterwelt
Die Ewigkeit, sie greift nach Dir
Der Tempel der Göttlichkeit sind wir

Der alte Mann schlägt die Trommel
Löst den Zauberbann

Amazegenalo


10 Oberhemd {Lyrik}

Man poliert dir deinen Kopf
Und stützt dir deinen Leib
Das Leben ist Beruf
Wozu man dich erschuf
Füll' dein rosa Schwein
Und am Ende schlag' es ein

Und deine Mutter bügelt immer noch dein Oberhemd
Den letzten Schrei hast du verpennt
Auch saure Äpfel muß man essen, ja ja ich weiss
Dein Vater hat gesagt, ohne Fleiß kein Schweiss
Doch nur der Preis ist heiß

Oh der Preis ist heiss
Oh der Preis ist heiss
Oh der Preis ist heiss

Das Besteck ist nur geborgt
Der Teller viel zu voll
Friß' den Einheitsbrei
Verschluck' dich nicht dabei

Und deine Mutter bügelt immer noch dein Oberhemd ...

Zum Wohle der Nation
Hab' immer einen steh'n
Leg' nicht Hand an dich
Denn du gehörst dir nicht

Und deine Mutter bügelt immer noch dein Oberhemd ...


11 Immer wieder {Lyrik}

Mein Name ist egal, mein Blutdruck ganz normal
Ich kämpf' den Kampf des täglichen Bestehens
Wenn ich zu Arbeit geh', über Stock und Stein, durch Schnee
Dann treibt mich nur der Hunger und die Wut
Mein Chef ein schräger Wicht, diktiert mir eine Pflicht
Die täglich seine Taschen füllt
Und wenn ich nicht parier', wie ein Hündchen apportier'
Dann bleibt für mich nur der Bettelsack

...doch Immer immer immer immer wieder
Steh' ich morgens auf und leg mich abends nieder
Immer immer immer immer wieder
Stell' ich mich einem neuen Tag

Ich schufte wie ein Stier, hinter mir der Vampir
Er wartet nur auf ein kleines Mißgeschick schick schick
Und stoß' ich mir den Kopf, das Blut, es spritzt und tropft
Scheint die Sonne, als wäre nichts geschehen

...doch Immer immer immer immer wieder ...

Dann endlich das Signal, vorbei der Stunden Qual
Schon wieder einen Tag besiegt
Ich schleppe mich hinaus, der Pförtner schenkt Applaus
Und ich weiß, daß er schon morgen wieder singt

Immer immer immer immer wieder.


12 Kanapee {Lyrik}

Ich hab' Dich im Wald getroffen
Es war an einem Regentag

Du hast mich angesprochen
Dein Blick war fest und stark

Du nahmst mich an Deine Seite
Du nahmst mich an Deine Hand
Ich brauchte Dir nur zu folgen
In Dein Sommer-Sonnen-Land

Du warst ein Gott, Du warst ein Tier
Du warst mein gieriger Vampir
Und es tat nicht mal weh
Auf diesem fleckigen Kanapee
Es tat nicht mal weh
Auf Deinem fleckigen Kanapee

Schon Deine Augen strahlten Hoffnung
Wie ein stolzer Stern
Ich hatte wieder feuchte Hände
Du hattest gar meine Socken gern

Ich war wie Butter in Deinen Fingern
Und Du packtest meine Glieder
Ich wehrte mich kaum
Und schon bald zwangst Du mich nieder
Und find' sie wieder, meine Herrlichkeit

Du warst ein Gott ...

Ich war ein Fisch in Deinem Wasser
Ich wollte nie mehr von Dir geh'n
Doch Du warst ein Fluß
Und Dein Meer war im entsteh'n

Du warst ein Gott ...



Aufgenommen und gemischt im Olympia-Studio Wien (außer "Abgestand'nes Bier", aufgenommen im Powerplay-Studio Berlin) von Christan Leitgeb.
Produziert von David Bronner

Axel Steinhagen (Gesang/Akkusitk-Gitarre)
Anita Ratai (Saxophon, Flöte, Klarinette, Akkordeon, Chor)
Helen Bauerfeind (Violine, Chor)
Markus Gerhards (Gitarre, Bass, Schlagzeug)

Gäste:
Thomas Görsch (Schlagzeug "Ich möchte dich gern ...)
Tilmann Walter (Rhytmusgitarre Titel 1,3,6,8-12)
David Bronner (Kera, Akkusitk-Gitarre bei Amazegenalo)
Christian Leitgeb (Chor)

 
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